Im April 2011 nahm Birgitt Glasenapp ihre Arbeit in der, damals noch hinter dem Landratsamt liegenden, Isabella-Braun-Schule auf. Im Juni folgte Andrea Berkemeier für die Bernhard-Mazillis-Schule in Bittenbrunn.
Sehr bald wurde aus den beiden Schulen ein Sonderpädagogisches Förderzentrum (mit einem zusätzlichen Standort in Aresing), das heute den Namen Dr.-Walter-Asam-Schule trägt.
Glasenapp betreut hier die Klassen 1 bis 4, Berkemeier ist für die Klassen 5 bis 9 zuständig.
Träger der beiden Sozialpädagoginnen ist der Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen, finanziert werden die Stellen durch den Landkreis als Sachaufwandsträger und das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.
Unter der Federführung des Jugendamtes wurde mit der Jugendsozialarbeit an Schulen die Möglichkeit zur intensiven Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule geschaffen.
Das Spektrum der Tätigkeiten der beiden Sozialpädagoginnen am Förderzentrum ist sehr breit.
Bei den Grundschülern sind Streitigkeiten zwischen den Kindern großes Thema. Hier holt sich Frau Glasenapp die Beteiligten zum Gespräch. Es wird reflektiert und Lösungen werden erarbeitet. "Mein Ziel ist es, dass die Schüler lernen, Fehler eingestehen zu können und irgendwann selbstständig mit Konflikten klarkommen", so die Sozialarbeiterin.
Bei familiären oder persönlichen Problemen wird sich für die Schüler einzeln Zeit genommen. Die Kinder genießen es, dass sich ein Erwachsener exklusiv für sie Zeit nimmt, ihnen zuhört und die Probleme ernst nimmt. Deshalb kommen sie gerne.
Bei den älteren Schülern kommt die Pubertät erschwerend hinzu. "Ruhig bleiben, Verständnis zeigen und Kompetenzen stärken", ist hier das Credo von Frau Berkemeier.
Durch alle Altersgruppen ziehen sich Probleme wie Trennung der Eltern, Sucht- Krankheits- oder Todesfälle in der Familie, Heimweh, Ängste, Stress.
Was den beiden Sozialarbeiterinnen große Sorgen bereitet, sind die sozialen Medien. Viele Schüler sind unkontrolliert und damit, nicht altersgerechten, Dingen ausgesetzt, mit denen sie allein nicht klarkommen.
Cybermobbing und Cybergrooming werden von den Sozialarbeiterinnen teils im Einzelsetting, teils in Projekten bearbeitet, aber letztendlich liegt hier die Verantwortung bei den Eltern. Hier versuchen Glasenapp und Berkemeier durch Gespräche und Elternbriefe zu sensibilisieren, auch zum Thema "altersgerechte Spiele und Begrenzung der Zeiten".
Elternarbeit ist auch sonst Bestandteil der Jugendsaozialarbeit (JaS). Die Vernetzung mit Nachmittagsbetreuung, Beratungsstellen, Klinik und Jugendhilfe macht eine gute Beratung für die Erziehungsberechtigten möglich.
"Die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an der Dr.-Walter-Asam-Schule läuft sehr gut", da sind sich die beiden Sozialarbeiterinnen einig. "Die Klassen sind klein und die Förderschullehrer bemerken schnell einen traurigen Blick oder ein verändertes Verhalten." Gemeinsam wird dann ein Vorgehen überlegt, um dem Schüler zu helfen.
Viele Schüler kommen auch von selbst auf ihre "JaSlerinnen" zu.
Projekte, wie Teamstärkung, Antiaggressionsübungen, Sexualunterricht, Suchtprävention, Schwimmen, Entspannungstechniken und vieles mehr sind neben den Einzelfallhilfen fester Bestandteil an der Schule.
Schulleiterin, Regina Kneißl bestätigt: "Unsere Schule wäre ohne JaS nicht mehr zu denken. Mit ihrem intensiven, engagierten Einsatz unterstützen die Sozialarbeiterinnen Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Die beiden sind ein fester Bestandteil der Schulfamilie und bei vielen schulischen Aktionen dabei. Wir freuen uns über den langjährigen Einsatz und auf viele weitere Jahre der guten Zusammenarbeit."

Auch der Leiter des Kreisjugendamts, Herr Karl, ist nach wie vor Fan des Konzepts: "15 Jahre JaS: Das sind 15 Jahre Zuhören, Verstehen und Begleiten. Wir feiern nicht nur ein Jubiläum, sondern unzählige kleine und große Erfolgsgeschichten unserer Schülerinnen und Schüler. Auf die nächsten 15 Jahre voller Engagement und Herzblut!"
Das Fazit ist für Birgitt Glasenapp und Andrea Berkemeier gleich. Die Arbeit ist vielfältig und macht großen Spaß. Es ist ein schönes Gefühl, für die Kinder und Jugendlichen nah da zu sein, und das jeden Tag.